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Die Gründung der Willinger Bergräuber ist bei genauer Betrachtung eine Verkettung von Zufällen.

 

Erster Zufall

Alles begann mit einem „nicht ganz sinnvollen Geschenk“.

Heiner Kesper bekam zum 40. Geburtstag, eine gebrauchte Steirische Harmonika geschenkt.birne
Das Spielen dieses Instrumentes war für einen Ungelernten jedoch unmöglich.

Aus diesem Grund verschwand das wertvolle Geschenk erstmal auf dem Speicher und der Beschenkte überlegte an welcher Wand es am Besten dekoriert werden könnte.

 

Zweiter Zufall

Während eines Gesprächs mit einem älteren Willinger Bürger stellte sich heraus, das dieser ebenfalls ein solches Instrument besitzt, und sich das Spielen mit einer alten Notenschule selbst beigebracht hatte. Die Notenschule wurde kopiert und der Selbstversuch begann.

Das Lernen des ersten Übungsstückes gelang in recht kurzer Zeit, und war ein Stück, das den typischen alpenländischen Charakter vermittelte.  Dieses „Klangerlebnis“ war die Motivation sich mit dem Instrument auseinanderzusetzten.

 

Dritter Zufall

Christian Rummel hörte auf einer Busreise vom Vater des oben Erwähnten, das eine Steirische Harmonika im Haus sei und erste Lieder erklangen. Christian bat darum sich dieses Instrument einmal anhören zu dürfen und war begeistert. Für ihn stand schnell fest, dass er sich auch so ein Instrument beschaffen würde.

 

Vierter Zufall

Während der Alphornmesse 1997 spielten auf  dem Ettelsberg drei Burschen aus Rupolding mit Steirischen Harmonikas und einem Baritonhorn auf.

Lothar Albrecht forderte während einer Pause scherzhaft seinen Freund Heiner Kesper auf  die Burschen kurz zu entlasten und ein Stück zum Besten zu geben.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass nur aufgrund des reichlichen Zuspruchs von Bayerischem Bier der Angesprochene alle Hemmungen vergaß, und zum ersten Mal außerhalb der eigenen vier Wände und vor mehr als zwei Zuhörern sein Übungsstück anspielte.
Für die Umstehenden muss eine „gewisse Ähnlichkeit zwischen den Darbietungen“ bestanden haben, was durch die Anmerkungen zum Ausdruck gebracht wurde.

 

Fünfter Zufall

Lothar Albrecht, sonst kein Fan der Volksmusik, war als Initiator dieser Spontan-Einlage nicht mehr zu bremsen.
Für ihn stand an diesem späten Nachmittag fest, dass er sich ein „Horn“ besorgt und man gemeinsam das eine oder andere Stück vorträgt, so wie es die Burschen aus Ruhpolding taten. Das keinerlei Kenntnisse für das Spielen eines Horns vorhanden waren, konnte ihn nicht von dem Vorhaben abbringen. Er fragte beim Musikwart der Schützenblaskapelle Willingen nach und bekam leihweise ein Tenorhorn zur Verfügung gestellt.

 

Sechster Zufall

Das erste musikalische Zusammentreffen begann mit einer Frage.

Wie können zwei „Musikanten“, die ihre Instrumente nicht beherrschen, keine Noten zur Verfügung haben, im Notenlesen auch seit vielen Jahren nicht mehr geübt sind und von denen nur einer das eine Lied im Kopf hat zusammen spielen?
Die Antwort war einfach - die Umsetzung war aufwendig.

Jeder Ton der auf der Bassseite der Steirischen Harmonika gespielt werden musste wurde auf dem Horn gesucht und aufgeschrieben. Dank der Akkordeon-Ausbildung in den Jugendtagen war für Beide das Abgleichen der Töne und das Gefühl für das Tempo gegeben.

 

Siebter Zufall

Dank des ausgeprägten Selbstbewusstseins von Lothar Albrecht war der Weg in die (Halb-) Öffentlichkeit nicht mehr aufzuhalten. Lothar war der Meinung, dass man das Können  (mittlerweile zwei angefangene Stücke) einem dankbaren Publikum (es waren nur Freunde anwesend) zu Gehör bringen sollte.
Die Zuhörer applaudierten, was daran lag dass das zweite Stück das vorgetragen wurde, entfernte Ähnlichkeit mit dem Hit „Sierra madre del sur“ hatte, und zum spontanen Anzünden der Feuerzeuge führte.

Heiner Kesper war nass geschwitzt hinsichtlich des fehlerhaften Vortrages und froh dass alles vorbei war – Lothar Albrecht war begeistert über die Reaktion der Zuhörer und der Meinung dass die paar Fehler kaum zu hören waren.

 

Achter Zufall

Anlässlich der Weihnachtsfeier des Tennisclubs sollte ein erweiterter Kreis Kenntnis von den Aktivitäten der „Willinger Nachwuchskünstler“ nehmen.
Lothar Albrecht war der Meinung, dass mindestens ein Tenniskollege ganz begeistert sein würde, und es sich schon deshalb lohne über den eigenen Schatten zu springen.

Die Nervosität auf Seiten des „Harmonikaspielers“ war riesengroß.
Mehrere Versuche den „Hornisten“ umzustimmen, und auf den nicht bekannt gemachten Auftritt einfach zu verzichten, blieben erfolglos.

Die Darbietung war auf „ähnlich hohem Niveau“ wie zuvor geschildert. Auch hier wurde applaudiert und es sei an dieser Stelle den unfreiwilligen Zuhören dafür gedankt, dass sie die sicherlich berechtigte Kritik nicht geäußert haben, denn das wäre das Ende vom Anfang gewesen.

 

Neunter Zufall

Mittlerweile hatte Christian Rummel seine eigene Steirische Harmonika angeschafft und die ersten Übungsstücke gelernt. Der nächste Schritt war logischerweise es zu dritt zu probieren.

Ein weiterer (halb-)öffentlicher Auftritt des „erweiterten Duos“ erfolgte im Januar 1999 anlässlich der Silberhochzeit von Freunden.

In der Besetzung Lothar Albrecht, Heiner Kesper, Christian Rummel spielte das Trio im Willinger Brauhaus auf.

Es klappte auf Anhieb und die Resonanz war im Bereich des Bahnhofsviertels besonders groß.

Die Tankstelle wurde daraufhun zur Zentrale aller musikalischen Belange.

 

Zehnter Zufall

Die Begeisterung insbesondere der  beiden „Harmonikaner“ wuchs von Monat zu Monat und steckte andere an.

Markus Rummel nahm den aktiven Spielbetrieb auf und stellte sich als echter Könner auf der Gitarre heraus. Durch seinen Beitritt wurde der Spaß an den gemeinsamen musikalischen Aktivitäten nochmals gesteigert. Er prägte die richtige Einstellung der Gruppe die zwischen Selbstironie und dem Anspruch einer gewissen musikalischen Qualität liegt.
Die lockere Art mit der die Beteiligten die gemeinsamen Aktivitäten angingen, veranlassten
Heiner Kesper jun.
sich mit der Steirischen Harmonika zu befassen. Aufgrund einer noch nicht solange zurückliegenden Akkordeon-Schulung war er erstaunlich schnell in der Lage mit den älteren Musikern mitzuspielen.

 

Elfter Zufall

Im Frühjahr 1998 machten sich Christian Rummel, Heiner Kesper und
Heiner Kesper jun. auf den Weg nach Bayern, um an einem Seminar für Steirische Harmonika teilzunehmen.
Der Ausbildungserfolg war nicht erwähnenswert, aber die Einstellung der Teilnehmer, das Miteinander unter Gleichgesinnten unterschiedlichen Könnens und die Abendveranstaltung durch die „Ausbilder“ waren ein prägendes Erlebnis das der Motivation weiteren Anschub gab.

 

Zwölfter Zufall

Während der Abendveranstaltung wurden ungewöhnliche Rhythmus-Instrumente gespielt.

Diese wurden studiert, auf Bierdeckeln skizziert und als Idee für eine Umsetzung mitgenommen.

Manfred Trachte machte sich nach Erklärung und unter Mitwirkung von Heiner Kesper an den Bau dieser „Sonder-Instrumente“. Mit viel Liebe zum Detail und Ideenreichtum hat Manfred Trachte die Ausführung gestaltet, die immer wieder zu Nachfragen führen, wo man diese Instrumente kaufen könne. Bis heute sind diese Instrumente Unikate und werden nur von einem Willinger Bergräuber gespielt.

Der Spieler dieser Instrumente war schnell gefunden.
Karl Kesper war der Mann für den Rhythmus. Ob mit Löffeln, „Jagerstock“ und insbesondere der „Schlackerschwarte“ unterstreicht Karl Kesper auch visuell die musikalischen Darbietungen.

 

Dreizehnter Zufall

Der erste echte öffentliche Auftritt kündigte sich im Sommer 2000 an.

Für Siggi von der Heide, als Organisator der Alphornmesse auf dem Ettelsberg, stand fest, dass zu diesem Ereignis eine existierende Willinger Musikgruppe selbstverständlich einen Beitrag zu leisten habe.

Er fragte nach dem Namen, mit dem man auf dem Plakat die Gruppe ankündigen solle.
Auf dem samstäglichen Weg nach Eimelrod hatte  Heiner Kesper die Eingebung:

 

                                                „B e r g r ä u b e r“

 

Nach kurzer Vorstellung und Diskussion an der Tankstelle war der Name beschlossene Sache.
 

In der Besetzung Lothar Albrecht, Heiner Kesper, Christian Rummel, Max Rummel,
Heiner Kesper jun., Karl Kesper traten die „Bergräuber“ auf den Ettelsberg zum ersten Mal öffentlich auf.

Die Atmosphäre auf dem Ettelsberg, getragen durch die verschiedenen zum Teil wirklich sehr guten Musikgruppen welche den Bergräubern den Eindruck vermittelten dazuzugehören, war ein einmaliges und bestimmendes Erlebnis.

In der Folge dieses öffentlichen Auftritts wurden verschieden Anfragen an die Bergräuber herangetragen, zu der einen oder anderen Gelegenheit aufzuspielen.

Aufgrund der beruflich bedingten terminlichen Einschränkungen aller Musikanten wurde schnell klar

„Die Bergräuber spielen zum eigenen Vergnügen und aus Spaß an der Musik“.

An dieser Stelle sei bei all denen um Verständnis gebeten, denen wir leider eine Absage auf ihre Anfrage mitteilen mussten.

 

Aktuelle Besetzung

Mittlerweise hat sich die Besetzung der Bergräuber geringfügig geändert.

Heiner Kesper jun. hat die aktive Mitwirkung bei den Bergräubern eingestellt, ohne jedoch das Musizieren auf der Steirischen Harmonika zu vernachlässigen.

Achim Marx nimmt als weiterer Gitarrist und Stimmungsmacher, so oft es ihm terminlich möglich ist, an den Auftritten der Bergräuber teil.

Sein musikalischer Hintergrund als jahrelanges Mitglied einer Band erlaubt es ihm, auch ohne entsprechende gemeinsame Übungen, aus dem Stand mitzuspielen.


Höhepunkt

Der bisherige Höhepunkt des Wirkens der Bergräuber war der Fernsehauftritt 2004 im Hessischen Rundfunk. Das Miterleben, Mitwirken bei der Sendung „Ferien in Hessen“ über den Heimatort Willingen war ein beeindruckendes Ereignis.
Die Resonanz aus dem Waldecker Land sowie dem angrenzenden Westfalen war sehr positiv.


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